Eine Szene als Gespräch
Eine gute Impro-Szene hat oft viel mit einem guten Gespräch gemeinsam. Grundvoraussetzung für beides ist, das alle Teilnehmer einander wahrnehmen und zuhören. Versucht ein Einzelner immer nur seine eigenen Gedanken, Ansichten und Ideen loszuwerden und durchzudrücken, dann werden Gespräch sowie Szene schnell unangenehm werden und ins Stocken geraten. Außerdem ist es in beiden Fällen wichtig, sich ein Bisschen für den anderen begeistern zu können. Improvisationstheater lebt davon, auf den Zug des anderen mit aufzuspringen, seine Geistesblitze aufzunehmen und noch heller zu machen. Und auch Gespräche sind oft dann ganz besonders lebhaft, wenn einer bei den Sätzen des anderen (in Zustimmung oder Opposition) Feuer fängt.
Natürlich kann es auch gelungene Szenen und Gespräche geben, in denen einer dem anderen nur als Mittel zu Selbstentfaltung, als Stichwortgeber dient. Aber das ist im Impro noch seltener als bei der normalen zwischenmenschlichen Kommunikation, zielt es doch nicht so häufig direkt auf einen therapeuthischen Effekt.
*moritz
